Lesetexte Klasse 1: kurze Texte zum Lesen
Mia hat einen roten Ball: fünf ganz kurze Texte mit Wörtern, die du Laut für Laut lesen kannst. Lies jeden Satz langsam, hör ihn an, wenn du nicht weiterkommst, und beantworte die Fragen.
Texte zum Lesen und Verstehen
Lies den Text laut oder hör ihn Satz für Satz an und beantworte die Fragen. Mit der Stoppuhr siehst du, wie viele Wörter pro Minute dein Kind liest – zum Vergleich von Woche zu Woche.
Mia und der Ball
Mia hat einen roten Ball. Der Ball rollt unter das Sofa. Opa holt ihn mit einem Besen. Jetzt lacht Mia wieder.
21 Wörter
Fragen
Welche Farbe hat der Ball?
Wohin rollt der Ball?
Warum lacht Mia wieder?
Die Ente
Die Ente lebt am Teich. Sie hat Federn und einen Schnabel. Sie kann schwimmen und fliegen. Sie frisst Gras und kleine Tiere.
22 Wörter
Fragen
Wo lebt die Ente?
Was kann die Ente?
Was hat die Ente?
Ein Zettel von Mama
Lieber Ben, dein Brot liegt auf dem Tisch. Die Milch steht im Kühlschrank. Ich komme um vier Uhr. Bis bald, Mama.
21 Wörter
Fragen
Wer hat den Zettel geschrieben?
Wo liegt das Brot?
Wann kommt Mama?
Die Maus
Eine kleine Maus hat Hunger. Sie sucht in der Küche. Sie findet ein Stück Käse. Dann schläft sie satt ein.
20 Wörter
Fragen
Wo sucht die Maus?
Was findet die Maus?
Warum kann die Maus jetzt schlafen?
Kresse säen
Lege Watte auf einen Teller. Mach die Watte nass. Streue Kressesamen darauf. Nach ein paar Tagen wächst die Kresse.
19 Wörter
Fragen
Was legst du auf den Teller?
Was machst du mit der Watte?
Was wächst nach ein paar Tagen?
Kurz gesagt
Welche Lesetexte passen für Klasse 1?
In Klasse 1 passen sehr kurze Texte mit drei bis fünf Sätzen aus wenigen Wörtern, die das Kind mit den schon gelernten Buchstaben erlesen kann. Die Wörter sollten möglichst lautgetreu sein, also so geschrieben, wie man sie spricht: Ball, Maus, Teich, Watte. Häufige kleine Wörter wie der, die, und, ist lernt das Kind schnell auswendig. Der Text sollte trotzdem etwas erzählen, damit das Kind wissen will, wie es weitergeht, und Fragen wie wer, was oder wo beantworten kann.
- Lautgetreue Wörter werden so geschrieben, wie man sie spricht, und lassen sich Laut für Laut erlesen.
- Eine kurze Frage nach dem Lesen zeigt dem Kind, dass es beim Lesen um den Sinn geht, nicht nur um Laute.
- Denselben kurzen Text mehrmals zu lesen, hilft dem Kind, die Wörter schneller zu erkennen.
- In Klasse 1 ist lautes Lesen mit einem Erwachsenen, der zuhört, die beste Übung.
Die fünf Texte auf dieser Seite sind sehr kurz: vier Sätze mit vor allem lautgetreuen Wörtern wie Ball, Ente, Maus und Watte. Es gibt zwei kleine Geschichten, einen Sachtext über ein Tier, einen Zettel von Mama und eine Anleitung zum Kresse säen, denn nicht jeden Text liest man auf die gleiche Weise. Wörter mit Buchstaben, die Ihr Kind noch nicht kennt, lesen Sie einfach vor und machen weiter. Die Laute einzelner Wörter lassen sich mit der Anlauttabelle üben.
Lesen Sie in drei Schritten. Vor dem Lesen: Lesen Sie gemeinsam die Überschrift und fragen Sie, was Ihr Kind erwartet. Während des Lesens: Ihr Kind liest einen Satz nach dem anderen, mit dem Finger unter den Wörtern; kommt es nicht weiter, liest es das Wort in Silben und dann den ganzen Satz noch einmal. Nach dem Lesen: Ihr Kind erzählt in einem Satz, worum es ging, und beantwortet die Fragen. Lesen Sie den Text am nächsten Tag noch einmal: Es geht schneller, und das macht Mut.
Für ein Kind, das sehr mühsam liest, können Sie den Text zuerst Satz für Satz mit dem Knopf vorlesen lassen und danach denselben Satz selbst lesen lassen. Das Anhören hilft beim Verstehen und macht Mut, aber lesen lernt Ihr Kind durch das eigene Erlesen, zum Beispiel mit Silbenbögen und lautgetreuen Wörtern.
Übungen: Klasse 1
Finger unter die Wörter
Ihr Kind legt den Finger unter jedes Wort, das es liest. So sieht es, wo ein Wort anfängt und aufhört, und rutscht nicht in die falsche Zeile. Klappt das gut, darf der Finger weg.
Mal den Text
Nach dem Lesen malt Ihr Kind, was im Text passiert: den roten Ball unter dem Sofa, die Maus mit dem Käse. Am Bild sehen Sie, ob es auch Einzelheiten wie die Farbe verstanden hat.
Echolesen
Sie lesen einen Satz vor, Ihr Kind liest ihn gleich danach, mit dem Finger unter den Wörtern. Dann tauschen Sie die Rollen. Am Ende liest Ihr Kind den ganzen Text allein.
Häufige Fragen
Ab wann kann ein Kind in Klasse 1 einen kurzen Text lesen?
Das hängt vom Lehrgang der Schule ab. Meist kann ein Kind nach einigen Monaten kurze Sätze mit lautgetreuen Wörtern erlesen. Texte mit vier oder fünf Sätzen kommen oft in der zweiten Hälfte des Schuljahres.
Mein Kind liest noch sehr langsam. Ist das normal?
Ja, in Klasse 1 ist das Lesen meist noch langsam, weil jedes Wort erlesen werden muss. Das Tempo kommt mit Übung und Wiederholung. Kann Ihr Kind am Ende des Schuljahres noch keine kurzen Wörter zusammenlesen, sprechen Sie mit der Lehrkraft.
Soll ich jeden Fehler verbessern?
Nicht immer. Verändert der Fehler den Sinn, halten Sie an und lassen das Wort noch einmal in Silben lesen. Verbessert sich Ihr Kind selbst, loben Sie es. Zu viele Unterbrechungen nehmen der Geschichte den Schwung.
Warum Fragen zu so kurzen Texten?
Weil Lesen Verstehen heißt. Ein Kind kann jedes Wort erlesen und trotzdem nicht wissen, was im Text stand. Eine oder zwei einfache Fragen zeigen schon in Klasse 1, dass man liest, um etwas zu erfahren.
Mein Kind rät Wörter, statt sie zu lesen. Was tun?
Zeigen Sie auf das Wort und lassen Sie es Laut für Laut oder Silbe für Silbe lesen, ohne aufs Bild zu schauen oder nach dem ersten Buchstaben zu raten. Loben Sie genaues Lesen mehr als schnelles. Einen Text mehrmals zu lesen, hilft ebenfalls, Wörter sicher zu erkennen.
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