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Legasthenie-Schrift und Abstände selbst ausprobieren

Fügen Sie einen beliebigen Text ein und ändern Sie Schrift, Größe, Buchstabenabstand, Zeilenabstand und Hintergrund, bis sich das Lesen angenehm anfühlt. Darunter: was Studien über spezielle Legasthenie-Schriften wirklich herausgefunden haben.

Hintergrund
Fügen Sie hier eine Seite Hausaufgaben, einen Elternbrief oder einen Artikel ein und ändern Sie Schrift, Größe und Abstände, bis sich der Text angenehm lesen lässt. Nichts, was Sie einfügen, verlässt Ihren Browser.

Kurz gesagt

Helfen spezielle Legasthenie-Schriften beim Lesen?

Studien zu speziellen Legasthenie-Schriften haben keine Verbesserung des Lesens gefunden. Eine Studie zu OpenDyslexic fand bei Schülern mit Legasthenie weder schnelleres noch genaueres Lesen, und eine Studie zur Schrift Dyslexie fand weder bei Kindern mit noch ohne Legasthenie einen Vorteil. Ein extra großer Buchstabenabstand ließ dagegen in einer Studie manche Kinder mit Legasthenie schneller lesen. Der Abstand lohnt sich also eher als die Schrift. Das Werkzeug von Dyslexia Steps lässt Sie beides an Ihrem eigenen Text ausprobieren.

  • Spezielle Legasthenie-Schriften verbesserten in kontrollierten Studien weder Lesetempo noch Genauigkeit.
  • Größerer Buchstabenabstand ließ in einer Studie manche Kinder mit Legasthenie schneller lesen.
  • Für Farbfolien fand eine systematische Übersichtsarbeit keine guten Belege.
  • Eine angenehme Schrift und ein ruhiges Layout sind trotzdem sinnvoll, sie ändern nur nicht die Lesefähigkeit.

Was die Forschung über Legasthenie-Schriften sagt

Schriften wie OpenDyslexic und Dyslexie geben den Buchstaben schwerere Unterkanten oder ungewöhnliche Formen, damit sich b, d, p und q stärker unterscheiden. Die Idee klingt einleuchtend. Als diese Schriften aber mit gewöhnlichen Schriften verglichen wurden, lasen Menschen mit Legasthenie weder schneller noch genauer.

Schädlich sind sie deshalb nicht. Manche mögen einfach, wie sie aussehen, und Vorlieben zählen für das Wohlbefinden beim Lesen. Ehrlich zusammengefasst: Nehmen Sie die Schrift, mit der Sie oder Ihr Kind am liebsten lesen, und erwarten Sie nicht, dass eine Schrift die Lesefähigkeit verändert.1,2

Buchstabenabstand zählt mehr als die LRS-Schrift

In einer Studie mit italienischen und französischen Kindern mit Legasthenie wurde Text mit extra großem Abstand zwischen den Buchstaben schneller und mit weniger Fehlern gelesen, ganz ohne Training. Eng stehende Buchstaben sind schwerer auseinanderzuhalten, und mehr Platz scheint dieses Gedränge für manche Leser zu verringern.

Deshalb stehen Buchstaben-, Wort- und Zeilenabstand im Werkzeug ganz oben. Erhöhen Sie den Buchstabenabstand in kleinen Schritten. Die meisten finden einen Punkt, an dem sich der Text leichter anfühlt, bevor er seltsam aussieht.3

Eine lesefreundliche Schrift für Schule und Arbeitsblätter wählen

Schlichte serifenlose Schriften mit klaren Buchstabenformen, etwa Arial, Verdana oder ähnliche, sind eine gute Grundeinstellung. Auf Papier helfen mindestens 12 bis 14 Punkt, großzügiger Zeilenabstand, linksbündiger Text und kurze Absätze. Wenn Sie Arbeitsblätter für Ihr Kind selbst vergrößern oder neu setzen, können Sie das hier vorher ausprobieren.

Die Hintergrundfarbe ist eine Frage des Wohlbefindens. Viele lesen lieber auf Creme oder Hellgrau als auf grellem Weiß. Eine systematische Übersichtsarbeit fand keine guten Belege dafür, dass Farbfolien das Lesen verbessern. Wählen Sie eine Farbe also, weil sie angenehm ist, nicht als Lösung.4

  • Serifenlose Schrift, 12–14 pt oder größer
  • Zeilenabstand etwa 1,5
  • Linksbündig, kein Blocksatz
  • Creme oder Hellgrau, wenn Weiß zu grell wirkt

Wenn nicht die Schrift das Problem ist

Liest ein Kind mit jeder Schrift langsam, liegt die Schwierigkeit meist beim Erlesen: Buchstaben schnell in Laute zu übersetzen. Genau diese Fähigkeit baut systematisches Üben der Buchstabe-Laut-Verbindungen auf, zum Beispiel mit gezielten LRS-Übungen. Der kostenlose LRS-Test prüft sie zusammen mit fünf weiteren Lesefähigkeiten.5

Häufige Fragen

Welche Schrift ist die beste bei Legasthenie?

Eine einzelne beste Schrift gibt es nicht. Die Forschung hat nicht gezeigt, dass spezielle Legasthenie-Schriften das Lesen verbessern. Eine klare serifenlose Schrift mit großzügigem Buchstaben- und Zeilenabstand ist eine gute, mit den Belegen vereinbare Wahl.

Ist OpenDyslexic gut bei Legasthenie?

Manche mögen sie, aber eine Studie fand mit OpenDyslexic kein schnelleres oder genaueres Lesen als mit gewöhnlichen Schriften. Nutzen Sie sie, wenn sie Ihnen gefällt.

Darf mein Kind in der Schule eine größere Schrift bekommen?

Größere Schrift und mehr Abstand auf Arbeitsblättern sind übliche Anpassungen. Was im Einzelfall möglich ist, regelt die Schule beziehungsweise das Bundesland; mehr dazu auf der Seite zum Nachteilsausgleich bei LRS.

Speichert oder sendet das Werkzeug meinen Text?

Nein. Alles passiert in Ihrem Browser; der Text wird weder verschickt noch gespeichert.

Helfen Farbfolien bei Legasthenie?

Eine systematische Übersichtsarbeit fand keine guten Belege dafür, dass farbige Folien oder Brillengläser das Lesen verbessern. Wenn eine Farbe angenehmer ist, spricht nichts dagegen, sie ist aber keine Hilfe gegen Legasthenie.

Quellen

  1. Wery JJ, Diliberto JA (2017). The effect of a specialized dyslexia font, OpenDyslexic, on reading rate and accuracy. Ann Dyslexia, 67(2), 114-127.
  2. Kuster SM, van Weerdenburg M, Gompel M, Bosman AMT (2018). Dyslexie font does not benefit reading in children with or without dyslexia. Ann Dyslexia, 68(1), 25-42.
  3. Zorzi M, Barbiero C, Facoetti A et al. (2012). Extra-large letter spacing improves reading in dyslexia. Proc Natl Acad Sci USA, 109(28), 11455-9.
  4. Griffiths PG, Taylor RH, Henderson LM, Barrett BT (2016). The effect of coloured overlays and lenses on reading: a systematic review of the literature. Ophthalmic Physiol Opt, 36(5), 519-44.
  5. Galuschka K, Ise E, Krick K, Schulte-Körne G (2014). Effectiveness of treatment approaches for children and adolescents with reading disabilities: a meta-analysis of randomized controlled trials. PLoS One, 9(2), e89900.